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Packaging Guide

2. Allgemeine Übersicht über das debian/ Verzeichnis

Dieser Artikel gibt eine kurze Übersicht über die verschiedenen Dateien im debian/ Verzeichnis, welche für das Paketieren von Ubuntu Paketen wichtig sind. Die wichtigsten Dateien sind changelog, control, copyright und rules. Diese Dateien werden für alle Pakete benötigt. Anhand weiterer Dateien im debian/ Verzeichnis kann das Verhalten der Pakete angepasst und konfiguriert werden. Während einige dieser Dateien in diesem Artikel beschrieben werden, ist er nicht als vollständige Übersicht gedacht.

2.1. Das Änderungsprotokoll

Die Datei ist, wie sich schon am Namen erkennen lässt, eine Liste von Änderungen die in jeder Version gemacht wurden. Sie hat ein spezielles Format aus dem man Paketname, Version, Distribution, Änderungen, Autor und Zeitpunkt herauslesen kann. Falls du einen GPG-Schlüssel besitzt (siehe: Erste Schritte), stelle sicher dass du den selben Alias und E-Mail Adresse im changelog verwendest wie in deinem Schlüssel. Das folgende ist eine changelog Vorlage:

package (version) distribution; urgency=urgency

 * change details
  - more change details
 * even more change details

-- maintainer name <email address>[two spaces]  date

Das Format (besonders das Datumsformat) ist wichtig. Das Datum sollte im RFC 5322 Format sein, sodass es dann durch Eingabe von date -R abgerufen werden kann. Zur Erleichterung kann der Befehl ``dch``genutzt werden, um den Changelog zu editieren. Er wird das Datum automatisch aktualisieren.

Unterpunkte werden durch einen Strich “-” dargestellt, während Hauptpunkte durch einen Stern “*” gekennzeichnet werden.

Falls Du ein neues Paket ohne Vorlage erstellst, kannst Du mit dch --create (dch befindet sich im devscripts Paket) standard Daten für debian/changelog anlegen.

Dies ist ein Beispiel für eine changelog Datei des hello Pakets:

hello (2.8-0ubuntu1) trusty; urgency=low

  * New upstream release with lots of bug fixes and feature improvements.

-- Jane Doe <packager@example.com>  Thu, 21 Oct 2013 11:12:00 -0400

Erwähnenswert ist, dass die Version ein -0ubuntu1 Suffix angehängt hat, das die Distributions-Änderung wiederspiegelt. Sie wird benutzt damit das Packetieren in der gleichen Quellversion aktualisiert werden kann (z.B. für Fehlerbehebungen).

Ubuntu und Debian haben leicht unterschiedliche Versionsbezeichnungen um Konflikte mit demselben Quellpaket zu vermeiden. Wenn ein Debian-Paket unter Ubuntu geändert wurde, wird ein ubuntuX (wobei X für die Ubuntu-Revision steht) an das Ende der Debianversion angehängt. Also wenn das Debian-Paket hello 2.6-1 unter Ubuntu geändert wurde, würde die Versionsbezeichnung 2.6-1ubuntu1 sein. Falls ein Paket dieser Anwendung nicht für Debian existiert, dann ist die Debian-Revision 0 (z.B. 2.6-0ubuntu1).

For further information, see the changelog section (Section 4.4) of the Debian Policy Manual.

2.2. Die control Datei

Die control Datei enthält Informationen, die der Paketmanager (also z.B. apt-get, synaptic und adept) verwendet, build-spezifische Abhängigkeiten, Betreuerinformationen und vieles andere.

Für das Ubuntupaket hello, sieht die Datei control folgendermaßen aus:

Source: hello
Section: devel
Priority: optional
Maintainer: Ubuntu Developers <ubuntu-devel-discuss@lists.ubuntu.com>
XSBC-Original-Maintainer: Jane Doe <packager@example.com>
Standards-Version: 3.9.5
Build-Depends: debhelper (>= 7)
Vcs-Bzr: lp:ubuntu/hello
Homepage: http://www.gnu.org/software/hello/

Package: hello
Architecture: any
Depends: ${shlibs:Depends}
Description: The classic greeting, and a good example
 The GNU hello program produces a familiar, friendly greeting. It
 allows non-programmers to use a classic computer science tool which
 would otherwise be unavailable to them. Seriously, though: this is
 an example of how to do a Debian package. It is the Debian version of
 the GNU Project's `hello world' program (which is itself an example
 for the GNU Project).

Der erste Absatz beschreibt in dem Feld Build-Depends das Quellpaket inklusive aller benötigten Paketabhängigkeiten, die nötig sind um das Paket aus dem Quellcode zu bauen. Es enthält außerdem einige Metadaten wie den Namen des Verantwortlichen, die Version der Debian-Richtlinien, der Ort der Paketversionkontrolle und die Upstream-Homepage.

Note that in Ubuntu, we set the Maintainer field to a general address because anyone can change any package (this differs from Debian where changing packages is usually restricted to an individual or a team). Packages in Ubuntu should generally have the Maintainer field set to Ubuntu Developers <ubuntu-devel-discuss@lists.ubuntu.com>. If the Maintainer field is modified, the old value should be saved in the XSBC-Original-Maintainer field. This can be done automatically with the update-maintainer script available in the ubuntu-dev-tools package. For further information, see the Debian Maintainer Field spec on the Ubuntu wiki.

Jeder weitere Abschnitte beschreibt ein Binärpaket, welches gebaut wird.

For further information, see the control file section (Chapter 5) of the Debian Policy Manual.

2.4. Die rules Datei

Die letzte Datei, die wir uns anschauen ist rules. Hier geschieht alle Arbeit, um das Paket zu erzeugen. Es ist ein Makefile mit Targets, um die Anwendung zu kompilieren und zu installieren, dann die .deb Datei von den installierten Dateien zu erzeugen. Es enthält auch ein Target um “aufzuräumen”, so dass das Quellpaket wieder auf dem ursprünglichen Stand ist.

Hier ist eine vereinfachte Version der rules Datei, die von dh_make erzeugt wurde (erhältlich im dh-make Paket):

#!/usr/bin/make -f
# -*- makefile -*-

# Uncomment this to turn on verbose mode.
#export DH_VERBOSE=1

%:
       dh  $@

Lass uns durch diese Datei ein bisschen genauer durchgehen. Sie sorgt dafür, dass jedes Target, welches von debian/rules aufgerufen wird, als Argument an /usr/bin/dh weitergegeben wird, welches selbst wiederum alle nötigen dh_*-Befehle aufrufen wird.

dh durchläuft eine Sequenz von debhelper Kommandos. Die unterstützen Sequenzen korrespondieren mit den Targets einer debian/rules-Datei: “build”, “clean”, “install”, “binary-arch”, “binary-indep” und “binary”. Um zu sehen, welche Kommandos als Teil welchen Targets durchlaufen werden, benutze:

$ dh binary-arch --no-act

Befehlen in der Sequenz binary-indep wird die Option “-i” mitgegeben um sicherzustellen, dass sie nur mit binär-unabhängigen Paketen funktionieren und Befehlen in der Sequenz binary-arch wird die Option “-a” mitgegeben um sicherzustellen, dass sie nur mit Architektur-unabhängigen Paketen funktionieren.

Jeder debhelper Befehl wird aufgenommen wenn er erfolgreich in debian/package.debhelper.log ausgeführt wird. (Welcher dh_clean löscht.) So kann dh mitteilen welche Befehle bereits für welches Paket ausgeführt wurden und überspringt diejenigen, die nochmals ausgeführt werden sollen.

Jedes Mal wenn dh ausgeführt wird, untersucht es die Logdatei und findet den zuletzt verwendeten Befehl welcher in der gegebenen Sequenz enthalten ist. Es springt danach zum nächsten Befehl in der Sequenz. Die Optionen --until, --before, --after und --remaining können dieses Verhalten beeinflussen.

Falls debian/rules ein Target mit einem Namen wie override_dh_command enthält, dann wird dh, sobald es an dem Befehl in der Sequenz angekommen ist, das Target von dieser Anweisungsdatei verwenden statt den eigentlichen Befehl auszuführen. Das neue Target kann dann den Befehl mit mit anderen Optionen ausführen oder komplett andere Befehle stattdessen ausführen. (Zu beachten ist, dass du für die Erstellung debhelper 7.0.50 oder höher verwenden solltest.)

Wirf einen Blick in /usr/share/doc/debhelper/examples/ und man dh für weitere Beispiele. Außerdem ist der Regelkatalog (Abschnitt 4.9) der Debian-Grundsatzanweisung hilfreich.

2.5. Zusätzliche Dateien

2.5.1. Die Datei install

Die Datei install wir dvon dh_install verwendet um Dateien in das Binärpacket zu installieren. Es hat zwei gängige Einsatzmöglichkeiten:

  • Um Dateien in dein Paket zu installieren, die nicht vom Upstream-Build-System installiert werden.

  • Aufteilen eines einzelnen großen Quellpaketes in mehrere Binärpakete.

Im ersten Fall sollte die Datei install eine Zeile für jede installierte Datei enthalten, die sowohl das Datei- als auch Installationsverzeichnis festlegt. Zum Beispiel, die folgende install-Datei würde das das Skript foo in das Stammverzeichnis des Quellpakets nach usr/bin und eine Desktop-Datei in das debian-Verzeichnis nach usr/share/applications installieren:

foo usr/bin
debian/bar.desktop usr/share/applications

Wenn ein Quellpaket mehrere Binärpakete produziert, wird dh die Dateien in debian/tmp statt direkt in in debian/<package> installieren. Dateien aus debian/tmp können dann in getrennte Binärpakete mithilfe mehrerer $package_name.install-Dateien verschoben werden. Dies wird oft dazu benutzt um große Mengen architekturunabhängiger Daten aus architekturabhängigen Paketen herauszulösen und sie in Architecture: all-Pakete zu integrieren. In diesem Fall werden nur der Name der zu installierenden Dateien (oder Ordner) benötigt und nicht das Installationsverzeichnis. Zum Beispiel könnte foo.install mit ausschließlich architekturabhängigen Dateien so ausschauen:

usr/bin/
usr/lib/foo/*.so

Während foo-common.install mit der architekturunabhängigen Datei so ausschauen könnte:

/usr/share/doc/
/usr/share/icons/
/usr/share/foo/
/usr/share/locale/

Dies würde zwei Binärpakete erzeugen, foo und foo-common. Beide würden ihren eigenen Abschnitt in debian/control benötigen.

Siehe man dh_install und den Abschnitt zur Installationsdatei (Abschnitt 5.11) der Debian-Anleitung für neue Maintainers für zusätzliche Informationen.

2.5.2. Die Datei ‘watch’

Die Datei debian/watch erlaubt uns automatisch mithilfe des Werkzeuges uscan in dem Paket devscripts zu überprüfen, ob neue Upstream-Versionen vorhanden sind. Die erste Zeile der “watch”-Datei muss die Format-Version bezeichnen (3, zum Zeipunkt dieser Textfassung), während die folgenden Zeilen die zu parsenden URLs enthalten. Zum Beispiel:

version=3

http://ftp.gnu.org/gnu/hello/hello-(.*).tar.gz

Der Befehl uscan im Wurzelverzeichnis des Quellcodes wird jetzt die Upstream-Versionsnummer in debian/changelog mit der neusten verfügbaren Upstream-Version vergleichen. Wenn eine neue Upstream-Version gefunden wurde, wird sie automatisch heruntergeladen. Zum Beispiel:

$ uscan
hello: Newer version (2.7) available on remote site:
  http://ftp.gnu.org/gnu/hello/hello-2.7.tar.gz
  (local version is 2.6)
hello: Successfully downloaded updated package hello-2.7.tar.gz
    and symlinked hello_2.7.orig.tar.gz to it

If your tarballs live on Launchpad, the debian/watch file is a little more complicated (see Question 21146 and Bug 231797 for why this is). In that case, use something like:

version=3
https://launchpad.net/flufl.enum/+download http://launchpad.net/flufl.enum/.*/flufl.enum-(.+).tar.gz

Für weitere Informationen, schaue Dir man uscan und die watch file section (Section 4.11) im Debian Policy Manual an.

Um eine Liste der Pakete zu sehen, deren watch Datei eine neuere Version Upstream berichtet, schau Dir Ubuntu External Health Status an.

2.5.3. Die Datei source/format

Diese Datei spezifiziert das Format des Quellpakets. Es sollt eine einzige Zeile enthalten, die das gewünschte Format beschreibt.

  • 3.0 (native) für native Debian-Pakete (keine Upstreamversion)

  • 3.0 (quilt) für Pakete mit einem separaten Upstream-Tarball

  • 1.0 für Pakete, die explizit das Standard-Format wünschen

Momentan wird das Paket-Quellformat standardmäßig auf 1.0 gesetzt, sollte die Datei nicht existieren. Das kann man jedoch auch explizit in der source/format Datei angeben. Solltest Du Dich dagegen entscheiden, wird lintian eine Warnung wegen der fehlenden Datei ausgeben. Diese Warnung hat lediglich Informationscharakter und kann sicher ignoriert werden.

Entwickler werden ermutigt, das neuere 3.0 Quellformat zu verwenden, es stellt eine Reihe von Features bereit:

  • Unterstützung für zusätzliche Komprimierungsformate: bzip2, lzma, xz

  • Ünterstützung für mehrere Upstream-Tarballs

  • Nicht nötig den Upsteam-Tarball neu zu packen um das Debian-Verzeichnis zu löschen

  • Debian-spezifische Änderung sind nicht länger in einem einzelnen .diff.gz sondern stattdessen in mehreren Patches kompatibel mit quilt unter debian/patches/

https://wiki.debian.org/Projects/DebSrc3.0 summarizes additional information concerning the switch to the 3.0 source package formats.

See man dpkg-source and the source/format section (Section 5.21) of the Debian New Maintainers’ Guide for additional details.

2.6. Weiterführende Quellen

In addition to the links to the Debian Policy Manual in each section above, the Debian New Maintainers’ Guide has more detailed descriptions of each file. Chapter 4, “Required files under the debian directory” further discusses the control, changelog, copyright and rules files. Chapter 5, “Other files under the debian directory” discusses additional files that may be used.